Die FlutSäule: ein mit dem Außenwasserstand kommunizierendes Rohr innerhalb des Schutzbereiches der Wilhelmsburger Deiche.

FlutSäulen Wilhelmsburg
Tide im Stadtteil – Tide im Leben – Tide im Kopf

Eine Wasserkultur für die Elbinsel

Wilhelmsburg – die vom Wasser umschlossene Elbinsel – braucht eine Wasserkultur, eine Kultur des Lebens mit dem Wasser, mit den Gezeiten, mit der Dynamik des Geschehens außerhalb ihrer schützenden Deiche. Der ringsum von Deichen geschützte Stadtteil hat seinen Bezug zum Wasser verloren. Das Leben richtet sich nach Innen und grenzt den Einfluß der Elbe aus: Was jenseits des Deiches liegt, ist nicht von Belang.

Der Stadtteil und seine Bewohner sollen in einem Konzept der nachhaltigen Sturmflutvorsorge mit dem Wasser verbunden sein, damit eine zukünftige extreme Sturmflut nicht zur Katastrophe wird.

Um dies zu ändern, wird die Tide zurück in das Lebensumfeld der Menschen geholt.

Dies geschieht durch die FlutSäulen für Wilhelmsburg.

An verschiedenen zentralen Plätzen der gesamte Elbinsel installiert, zeigen sie mit ihrer Füllung den jeweils aktuellen Außenwasserstand. Durch ihre andauernde Präsenz entsteht ein neuer, selbstverständlicher Bezug zum Wasserstand und seiner Bedeutung für den jeweiligen Ort. Die Bewohner der Elbinsel erhalten ein Gefühl dafür, wie die Orte, an denen sie leben, arbeiten, ihre Freizeit verbringen zur Elbe in einem Verhältnis stehen.

 

Die FlutSäulen in Wilhelmsburg: Leuchttürme der Wasserkultur und Kunst im öffentlichen Raum mit beeindruckenden Höhen von der Geländeoberkante bis zur Deichkrone.

Im Sinne einer weitgehenden Verankerung in der lokalen Kultur werden die FlutSäulen eingebunden in eine Initiative der Kulturentwicklung hin zu einer Integration der Elbe und ihrer Gezeiten und Sturmfluten in das lokale Lebens-Selbstverständnis des öffentlichen und privaten Lebens. Ein dicht geknüpftes Netzwerk aus Kommunikation und Aktivitäten wird diese Entwicklung fördern. Es stützt sich auf bestehende Strukturen der sehr heterogenen Wilhelmsburger Gesellschaft. Lokal bekannte WasserVermittler, Aktivitäten und Projekten an Schulen und in Kindertageseinrichtungen, so wie regelmäßig wiederkehrenden festlich-kulturelle Ereignisse zum Thema der Elbe und ihrer Flut werden diese Kultivierung bewirken. Die Menschen vor Ort werden beteiligt an allem, was mit der Elbe, der Flut und dem Schutz davor zu tun hat.